PC mit Corsair Komponenten

Schritt für Schritt Anleitung: So baust du einen eigenen PC zusammen (PC-Montage von A-Z)

Die Montage deines eigenen PC-Systems ist wahrlich kein Hexenwerk. Es gibt ein paar Dinge, die Du beachten musst, um keine böse Überraschung zu erleben. Dieser Guide liefert Dir alle Informationen so detailliert beschrieben, dass Du Deinen Computerselbstbau ohne Schwierigkeiten umsetzen kannst. Er folgt dabei drei Hauptbereichen – arbeite sie nacheinander ab und der Erfolg wird dir, mal abgesehen von evtl. defekter Hardware, sicher sein.

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Kaufe die ausgewählten Komponenten und halte sie für den Zusammenbau bereit

Für ein funktionsfähiges System benötigst Du einige Hardwarekomponenten. Die nachfolgende Tabelle soll dir dabei veranschaulichen, welche Teile Du in jedem Fall benötigst und welche Teile Du aus performancegründen optional und damit zusätzlich einbauen kannst. Beachte die zur Tabelle gehörenden Erläuterungen zu den jeweiligen Komponenten.

 

SystemimmanentOptionale Bauteile
Gehäuse (ATX, Big Tower)X-
NetzteilX-
Grafikkarte (nVidia / Radeon)XX
Soundkarte-X
CPU (Intel oder AMD)X-
CPU KühlungXX
RAM (Arbeitsspeicher)X-
HDD (Festplatten / Massenspeicher)XX
Optische Laufwerke (DVD / Blu-Ray)-X
Gehäusebelüftung-X
Betriebssystem (Windows / Linux)XX
Netzwerkkarte-X
RAID-Controller-X

 

  • Gehäuse (ATX, Big Tower)Computergehäuse im Größenvergleich.
    Das PC-Gehäuse bildet den Rahmen für alle anderen Bauteile, die in selbiges montiert werden. Die Formfaktoren µATX, ATX und Big Tower kannst Du als Größenbeschreibung betrachten. Für einen Gaming-PC sollte es aber mindestens ein ATX, wesentlich besser bzw. empfehlenswerter aber ein Big Tower-Gehäuse sein, damit alle Komponenten ausreichend Platz finden. Auch die Luftzirkulation ist innerhalb eines Big Tower-Gehäuses deutlich effektiver und zielführender zu steuern was der Lebenszeit der verbauten Komponenten entgegen kommt.

 

  • Netzteil
    Achte beim Netzteilkauf darauf, dass es sich um Markenware (z.B. beQuit) handelt. Die Leistung die du benötigst kannst du dir ganz einfach zusammenrechnen. Bei allen Komponenten wird eine Leistung in W (Watt) angegeben. Addiere einfach alle W-Angaben und rechne noch eine Reserve von 8 – 10% dazu. So weißt du welches Netzteil für deinen PC benötigt wird.

 

  • Grafikkarte (Geforce / Radeon)
    Moderne Mainboards bringen bereits einen Grafikchip mit, der auf dem Board verbaut ist. Wenn Du allerdings vorhast, aktuelle und künftige Spiele mit guten Grafikeinstellungen zu genießen musst Du zwingend eine dedizierte Grafikkarte einbauen. Ob Du dich dabei für eine Karte mit nVidia- oder Radeon-Chipsatz entscheidest hängt nicht zuletzt davon ab, wie viel Du bereit bist, für eine gute Grafikkarte auszugeben.

    NVIDIA Geforce GTX 1070 Ti Vorstellung der aktuellen Grafikkarte aus dem Hause NVIDIA.
    Bei der Wahl der Grafikkarte sollte man, außer der Leistung, auch darauf achten, das die Karte in das gewählte PC Gehäuse passt. Leistungsfähigere Grafikkarten sind länger als Grafikkarten mit weniger Leistung.

 

  • Soundkarte
    Beinahe alle gängigen Mainboards haben einen fest verbauten Soundchip, der 5.1 Sound leisten kann. In Sachen Soundqualität kann ein solcher Soundchip allerdings nicht mit der Klangqualität einer dedizierten, aktuellen Soundkarte mithalten. Wenn Du wert auf klare Töne und satte Bässe legst solltest Du also eine separate Soundkarte mit in dein System integrieren.

 

  • CPU (Intel oder AMD)Die CPU (Central Processing Unit) ist im Grunde das Herz eines jeden Computers. Auch hier hast Du die Möglichkeit zu entscheiden, ob Du lieber eine CPU von Intel oder AMD für dein System nutzen willst. Nach derzeitigem Stand solltest Du auf jeden Fall entweder eine CPU mit i5 / i7-Chipsatz oder den AMD-Pendanten aus der Ryzen-Reihe zurückgreifen, damit dein System mittelfristig auf der Höhe der Zeit bleibt.

 

  • CPU Kühlung
    Ohne eine vernünftige Kühlung der CPU wird Dein System nicht einmal starten. Davon abgesehen entwickeln CPUs insbesondere bei arbeitsintensiven Sessions enorme Temperaturen

    Der Scythe Mugen 5 besitzt eine gute Kühlleistung. Die Geräuschkulisse ist dabei auf ein Minimum reduziert.

    und würden ohne adäquate Kühlung schnell defekt werden. Du hast für die Kühlung 3 Optionen:

 

  • Boxed
    • „boxed“ bedeutet, dass neben der CPU bereits auch ein vom Hersteller zugelassener Kühler mitgeliefert wird. Dieser mitgelieferte Kühler (Kühlkörper und Lüfter) ist ausreichend für Office-PCs, nicht aber für leistungsfähige Systeme im Bereich Gaming. Du solltest dir auf jeden Fall einen für dein Board und deine CPU passenden CPU-Kühler beschaffen.
  • Tray
    • „tray“ steht für den Umstand, dass bei einem CPU-Kauf auch wirklich nur die CPU geliefert wird und in jedem Fall ein separater CPU-Kühler dazugekauft werden muss. CPUs in der Tray-Version sind meist etwas teurer als ihre „boxed“-Versionen. Kaufe also die „boxed“-Version und zusätzlich einen separaten Kühler – das spart dir ein paar Euros.

 

  • Wasserkühlung
    • Obwohl wertige CPU-Kühler Durchaus ausreichend sind kannst Du dein System optional mit einer Wasserkühlung ausstatten. Diese ist zwar merklich teurer als herkömmliche Kühlungssysteme, dafür sind sie aber in der Regel deutlich leiser und effizienter.

 

  • RAM (Arbeitsspeicher)
    RAM steht für Random Access Memory und ist dafür zuständig, die Datenströme zwischen Grafikkarte, Festplatte, optischen Lauwerken und der CPU zu steuern bzw. fungiert als ultraschneller Zwischenspeicher. Ein effizientes, aktuelles Setup für Gaming-PCs sollte wenigstens 8Gb, besser aber 16Gb Arbeitsspeicher haben. Beachte, dass mehr als 4GB Arbeitsspeicher immer ein 64bit-Betriebssystem bedingen, um den Speicherplatz des RAMs nutzen zu können!

 

  • HDD (Festplatten / Massenspeicher)
    Festplatten sind die Massenspeicher des PC-Systems. Hier kannst Du sowohl in Sachen Speicherplatz als auch Performance sehr viel machen. Es gibt diverse Möglichkeiten, wie Du mit HDDs und deren Konfiguration arbeiten kannst. Die zwei effektivsten Lösungen sind folgende:
  • 1 x SSD als Startfestplatte für das Betriebssystem (schnelle Systemstarts) + eine oder mehrere S-ATA HDDs mit viel Speicherplatz (1,2,3 oder 4 GB)

RAID (0, 5 oder 10)

  • RAID steht für „Redundant Array of Independent Disks“ und beschreibt die Zusammenfassung mehrerer physischer Laufwerke zu einem logischen Laufwerk. Für Dich kommen hier, um halbwegs preiswert zu bleiben, 2 RAID-Varianten in Betracht:

RAID 0

  • Zwei Festplatten werden mittels RAID-Controller zu einem logischen Laufwerk zusammengefasst. Du kannst mit einem Geschwindigkeitszuwachs zwischen 70% – 90% sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben von Daten rechnen. Nachteil dieser Konfiguration: Fällt eine Festplatte aus, muss auch die andere formatiert und gemeinsam mit einer neuen Austausch-HDD komplett neu installiert und konfiguriert werden.

RAID 5

  • Bei diesem Setup bekommst Du sowohl deine 70% – 90% Geschwindigkeitszuwachs als auch eine gewisse Datensicherheit. Fällt eine Festplatte aus kannst Du diese defekte HDD Durch eine neue HDD ersetzen, während das System weiterhin funktioniert. Aufgrund der Festplattenpreise ist diese Konfiguration anzuraten. Ein RAID 5 – Setup mit 3TB Speicherplatz kostet inklusive Hardware-Raid-Controller nur noch rund 250 Euro. Gemessen an der Performance und der relativen Ausfallsicherheit ein vertretbarer Kostenfaktor.

 

  • Optische Laufwerke (DVD / Blu-Ray)
    Optische Laufwerke sind optionale Ausstattungsmöglichkeiten, die für den Betrieb des Systems nicht benötigt werden, aber die eine oder andere erweiterte Annehmlichkeit beinhalten. Wenn Du häufig DVDs einlegst oder Filme auf Blu-Ray-Discs ansiehst solltest Du dir überlegen, ein entsprechendes Laufwerk ins System zu packen.

 

  • Gehäusebelüftung
    CoolerMaster 430 Miditower Luftführung
    Das Bild zeigt schematisch die Luftführung bei einem CoolerMaster Elite 430 Gehäuse.


    Wenn Du dich für einen Big Tower als PC-Gehäuse entscheidest hast Du in der Regel mehrere Möglichkeiten, zusätzliche Gehäuselüfter in deine Peripherie einzubinden. Dadurch verstärkst Du den Luftstrom im Gehäuse und sorgst dafür, dass die warme Abluft schneller abtransportiert werden kann.

 

  • Betriebssystem (Windows / Linux)
    Bei einem selbst zusammengebauten PC-System musst Du dich auch darum kümmern, ein Betriebssystem zu beschaffen, das Du dann installieren kannst. Für den Gaming-Bereich solltest Du auf Microsoft Windows zurückgreifen. Achte darauf, dass es sich um eine 64bit-Version handelt, damit Du mehr als 4GB RAM verwenden kannst.

 

  • Netzwerkkarte
    Alle gängigen Mainboards bieten bereits einen Netzwerkanschluss Onboard, der in der Regel 1Gbit Transferleistung liefert. Das genügt vollkommen. Eine separate Netzwerkkarte kann zwar genutzt werden, ist aber prinzipiell unnötig.

 

  • RAID-Controller
    Wenn Du nicht nur mit der Standard-Konfiguration der Festplatten arbeiten möchtest, installierst Du ein weiter oben beschriebenes RAID-System. Zwar haben viele Mainboards bereits einen RAID-Controller Onboard, dieser ist aber nur selten empfehlenswert. Es handelt sich dabei nämlich um ein sogenanntes „Software-RAID“, das bei Weitem nicht so performant ist wie ein RAID-System mit einem Hardware-RAID-Controller. Der Hardware-RAID-Controller wird einfach in einen freien PCI-Slot des Mainboards gesteckt. Die Festplatten werden dann an diesen Controller angeschlossen.

Dein Montageplatz – bereite den Zusammenbau akribisch vor

Damit Du sauber, konzentriert und vor allem vernünftig an Deinem PC arbeiten kannst, benötigst Du zunächst einmal eine ausreichend große Arbeitsfläche. Ein Schreibtisch leistet Dir hier wertvolle Dienste. Räume ihn vollständig ab, sodass Du genug Platz hast. Sorge für eine möglichst gute Beleuchtung. Neben dem allgemeinen Tageslicht und einer Deckenlampe solltest Du auch noch eine Tischlampe zur Hand haben, mit der Du direkt in das offene Gehäuse leuchten kannst.

Lege dir als Nächstes alle Komponenten so zurecht, dass sie nicht beschädigt werden können, aber in Griffweite sind. Bitte achte darauf, dass Du immer kurz bevor Du eine Komponente ohne antistatische Folie in die Hand nimmst, kurz vorher an einen Heizkörper fasst, damit eine evtl. vorhandene statische Aufladung abgebaut werden kann. Eine statische Entladung deiner Hand an einer elektronischen Komponente kann zu deren Defekt führen – das ist nicht nur ärgerlich sondern auch teuer und vermeidbar. An Werkzeug benötigst Du nur einen Kreuzschlitz-Schraubendreher. Eine bereitgestellte kleine Schachtel in Reichweite sorgt dafür, dass Du evtl. wegzulegende Schrauben etc. nicht verlieren kannst. Du solltest die Beschreibung des Mainboards ebenfalls in Griffweite halten, da Du sie während der Installation der Komponenten höchstwahrscheinlich benötigen wirst.

Alles bereit? Dann kann es jetzt mit der eigentlichen Montage und Installation losgehen!

 

Zusammenbau-Anleitung „Schritt für Schritt“ für deinen Gaming-PC

Der folgende Guide beachtet auch die sinnvollste Reihenfolge der Einbaumaßnahmen. Arbeite einfach alle Schritte nacheinander ab, bis Du dein fertiges System vor dir hast.

Schritt 1: Gehäusevorbereitung

  • Stelle das Gehäuse auf deine Arbeitsfläche und entferne zunächst die Schrauben auf der Rückseite, die die Seitenteile am Rahmen fixieren.
    Ein PC gehäuse von Innen.
    Zur Vorbereitung der Montage der PC Komponenten, die beiden Gehäuse Seitenwände abnehmen. Und die Montageteile für die Komponenten entnehmen.
  • Nimm beide Seitenteile vom Rahmen ab und lege sie beiseite, damit Du freien Zugang zum Innenleben hast.
  • Lege das Gehäuse auf die Seite. Es zeigt die Seite nach unten, die mit einem Blech des Rahmens verdeckt ist.
  • Etwaige Kabel, die von der Frontpaneele in den Innenraum führen, musst Du so beiseite schieben, dass sie zunächst nicht störend im Innenraum liegen.
  • Vergleiche jetzt, ob die meist schon eingeschraubten Hülsen mit den für die Verschraubung vorgesehenen Löchern auf dem Mainboard übereinstimmen. Entferne überschüssige bzw. für dein Mainboard falsch platzierte Hülsen und schraube dort, wo sie fehlen, welche in die vorhandenen Gewinde ein. Sei hier sehr akribisch – falsch platzierte Einschraubhülsen können zu ungewollten Kontakten auf dem Mainboard führen, was im schlechtesten Fall zum Tod des Mainboards führt, wenn der Strom eingeschaltet wird!
  • Setze die sogenannte „I/O-Blende“, die zum Lieferumfang des Mainboards gehört, in die dafür vorgesehene Öffnung auf der Rückseite des Gehäuses. Achte darauf, es richtig herum hineinzudrücken. Angesetzt wird die Blende IMMER an der Innenseite des Gehäuses, nicht von außen!

Schritt 2: Das Netzteil einbauen & vorbereiten

Das BeQuiet System Power Series 9 500W Netzteil
Die Kabel eines Standardnetzteils sind genormt und passen somit nur an die dafür entwickelten Endgeräte. Die Stecker sind verpolungssicher – somit sind Kurzschlüsse ausgeschlossen.

Platziere das Netzteil an der dafür vorgesehenen Position. Du erkennst die richtige Stelle an der schmalen Rückseite, an der sich eine größere Öffnung zeigt. Außerdem findest Du dort vier kleine Löcher für die Verschraubung des Netzteils. Achte darauf, dass der Lüfter des Netzteils, der sich an der Unterseite befindet, in den Innenraum des Gehäuses und nicht gegen ein Blech zeigt.

Wenn Du das Netzteil passend platziert hast musst Du es am Gehäuserahmen festschrauben. Die passenden Schrauben sollten entweder zusammen mit dem Gehäuse oder mit dem Netzteil mitgeliefert worden sein.

Tipp: Häufig ist es so, dass das Netzteil an der richtigen Position gehalten werden muss, damit die Schrauben eingedreht werden können. Das ist vollkommen normal und kein Grund zur Sorge. Wenn die erste Schraube sitzt, wird es leichter für Dich.

Wenn das Netzteil mit allen vier Schrauben befestigt ist, folgt, sofern es modular aufgebaut ist, der nächste Schritt: schließe alle Kabel des Netzteils an, die Du für dein System benötigst. In der Regel sind das folgende:

  • Hauptstromversorgung für das Mainboard
  • Stromversorgung für die CPU
  • Stromversorgung für die Festplatten und ggf. optische Laufwerke
  • Stromversorgung für die Grafikkarte

Welche Kabel richtig sind kannst Du in der Regel aus der Beschreibung des Netzteils entnehmen. Achte auf einen festen Sitz der Steckverbindungen.

Schritt 3: Festplatten und optische Laufwerke einbauen

Seagate 8TB Desktop Festplatte
Die Festplatte wird über die seitlichen Löcher mit Innengewinde im Gehäuse oder im Festplattenkäfig des PC Gehäuses verschraubt. Einige Gehäuse bieten dafür eine schraubenlose Befestigungsmöglichkeit.

Wirf einen Blick in die Beschreibung deines Gehäuses und finde  heraus, wo Du die Festplatten richtig montieren kannst. Die optischen Laufwerke kommen praktisch immer in Einschübe, die sich hinter dem Frontpanel befinden. Die Beschreibung sagt dir auch, ob Du evtl. Blenden des Frontpanels entfernen musst, damit Du den Schacht / die Schächte für die optischen Laufwerke zugänglich machen kannst. Achte darauf, dass Du die Laufwerke richtig herum in den jeweiligen Schacht schiebst – wirf dazu einfach einen Blick auf die Vorderseite des Laufwerks um zu erkennen, wie herum es gehört.

Die passenden Schrauben werden für gewöhnlich auch mit dem Gehäuse geliefert. Es ist möglich, dass die Festplatten nicht direkt in den Rahmen geschraubt, sondern mittels Schienen im Rahmen platziert werden. In diesem Fall folgst Du einfach der entsprechenden Beschreibung deines Gehäuses.

Schritt 4: Das Mainboard vorbereiten und platzieren

Lege das Mainboard so auf deine Arbeitsfläche, dass es frei zugänglich ist und Du gut daran arbeiten kannst. Es ist empfehlenswert, eine etwas weichere Unterlage (z.B. Styroporplatte, ein Katalog etc.) zu nutzen, um jede Gefahr für eine Beschädigung des Boards bzw. dessen Lötstellen auszuschließen.

Schritt 4.1: Die CPU auf dem Bord anbringen / Kühlervorbereitung

Einige Kühler bringen eigene Befestigungssysteme mit, die zunächst vorbereitet werden müssen. Wie genau die Befestigung am Mainboard funktioniert kannst Du in der beiliegenden Beschreibung nachlesen. Wenn diese Vorbereitung abgeschlossen ist, kommt die CPU selbst an die Reihe.

Der Sockel eines Z370 Mainboards.
Der Sockel einer Intel Kaby-Lake CPU. Die CPU muss vorsichtig in der festgelegten Einbaurichtung in den Sockel eingesetzt werden. Der Hebel auf der rechten Seite fixiert die CPU im Prozessorsockel und verhindert so das Verrutschen.

Die Beschreibung des Mainboards zeigt dir, wo die CPU platziert werden muss. Abhängig davon, welche CPU (Intel oder AMD) Du verwendest, funktioniert der Schließmechanismus etwas anders. An der Seite neben dem Bereich, in den die CPU eingesetzt werden muss, findest Du einen Bügel, der vorsichtig gelöst werden muss. Bei Boards für Intel-CPUs musst Du zusätzlich noch einen kleinen Metallrahmen umklappen, der die CPU später an Ort und Stelle fixiert.

Die CPU passt, unabhängig vom Hersteller, nur in eine Richtung in die vorgesehene Aufnahme. Wichtig ist, dass Du keinerlei Druck ausübst, denn wenn die CPU richtig ausgerichtet ist, gleitet sie nahezu von selbst in ihre endgültige Position. Schließe die Verriegelung der CPU nun wieder vorsichtig möglichst ohne zu viel Krafteinwirkung – ein wenig Widerstand ist vollkommen normal.

Schritt 4.2: Den Arbeitsspeicher (RAM) installieren

Es gibt ein paar grundlegende Dinge, die Du bei der Installation beachten musst, damit nichts schiefgehen kann:

  • Sogenannte RAM-„Riegel“ passen nur in eine Richtung in die vorhandenen Slots – eine Einkerbung auf der Kontakt-Seite verhindert, dass ein „Riegel“ falsch herum eingesteckt werden kann.
  • Der erste „Riegel“ muss immer in dem Slot platziert werden, der der CPU am nächsten ist. Bei der Erstinstallation solltest Du darüber hinaus zunächst nur einen „Riegel“ positionieren – wenn Du gleiche mehrere installierst, kann es zu Problem bei der Windowsinstallation kommen. Du kannst, nachdem die Windowsinstallation erledigt ist, die weiteren „Riegel“ einfach in die passenden Slots stecken und den Rechner problemlos starten.
    Ein Corsair DDR4 Speicherriegel der Vengeance Serie.
    Speicherriegel haben an der Kontaktseite eine kleine Aussparung, die nicht mittig sitzt. Beim Einbau ist darauf zu achten, dass der Riegel richtig in den Speicherslot eingestzt wird.

Wo die „Riegel“ eingesteckt werden müssen erfährst Du bei einem Blick in das Handbuch zum Mainboard. Es ist wichtig, dass der „Riegel“ sauber eingesteckt wird und die beiden seitlichen Fixierungen hörbar einrasten!

Schritt 4.3: Den CPU-Kühler montieren

Bei diesem Arbeitsgang musst Du unbedingt Vorsicht walten lassen – weder die CPU noch das Mainboard oder der Arbeitsspeicher dürfen beschädigt werden.

Kontaktfläche eines Scythe Mugen 5 CPU Kühlers.
Das Bild zeigt die Kontaktfläche eines Scythe Mugen 5 CPU Kühlers. Diese dient zum Wärmeübergang von CPU zum Kühler. Zur besseren Wärmeleitfähigkeit wird zwischen CPU und Kühler eine dünne Schicht Wärmeleitpaste aufgetragen.

Bevor Du den Kühler installierst, musst Du auf die Oberseite der CPU etwas Kühlpaste auftragen. Achte darauf, dass sich lediglich ein ganz dünner Film darauf befindet. Diese Paste erfüllt zwei Funktionen:

  • Sie sorgt für möglichst großflächigen Kontakt zwischen CPU und Kühlkörper, indem sie leichte Unebenheiten ausgleicht.
  • Sie unterstützt die Ableitung der Wärme aus der CPU in den Kühlkörper.

Positioniere jetzt den Kühler so auf der CPU, dass er möglichst mittig sitzt. Je nach Verschlusssystem musst Du nun entweder die Klammern an den vorgesehenen Halterungen oder die Stifte an den Ecken einrasten lassen. Versuche danach, leicht daran zu wackeln. Wenn sich der Kühler nicht bewegt, ist alles in Ordnung. Schließe nun noch das Kabel des Kühlers an die dafür vorgesehenen Pins des Mainboards an (meist steht da „CPU Fan“).

Schritt 4.4: Platziere das Mainboard im Gehäuse

Corsair 400C PC Gehäuse mit installierten PC Komponenten
Das Corsair 400C Gehäuse mit einer Beispielkonfiguration.

Nachdem nun alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, muss das Mainboard im Gehäuse platziert und befestigt werden. Zwei Dinge musst Du dabei unbedingt beachten:

  1. Die Steckplätze für Peripheriegeräte (Maus, Tastatur, Drucker, USB-Steckplätze usw.) müssen unbedingt so platziert werden, dass sie sauber in die entsprechenden Öffnungen der I/O-Blende passen.
  2. Die Löcher im Mainboard, die für die Verschraubung mit dem Gehäuse da sind, müssen sauber auf den vorab vorbereiteten Hülsen sitzen, bevor Du alles miteinander verschraubst. Das Mainboard sitzt fest, wenn Du die Schrauben so weit eindrehst, bis ein leichter Widerstand zu spüren ist. Arbeite keinesfalls mit Druck oder Gewalt!

Schritt 5: Verbinde die verschiedenen Komponenten miteinander

Damit die verschiedenen Komponenten miteinander funktionieren können, musst Du sie an den dafür vorgesehenen Stellen miteinander verbinden. Die zu verbindenden Anschlüsse lassen sich in 3 Kategorien einteilen:

  • Verkabelung des Frontpanels und sonstiger Gehäuseanschlüsse
    • Die Kabel des Frontpanels werden in der Regel als Kabelstrang ausgehend von der Vorderseite in das Gehäuse geführt und müssen allesamt direkt am Mainboard angeschlossen werden. Beachte dazu die Hinweise und Informationen im Handbuch deines Mainboards.
    • installierte Gehäuselüfter müssten ebenfalls direkt auf dem Board angeschlossen worden. Die passenden Pins sind mit Bezeichnungen wie „Cha-Fan“, „Ch-F“ oder auch „C-Fan 1“ etc. gekennzeichnet.
  • Stromversorgungsanschlüsse
    • Ausgehend vom Netzteil werden verschiedene stromführende Kabel abgeleitet, die die ganzen anderen Komponenten mit der nötigen Energie versorgen.
    • Die primäre Stromversorgung des Mainboards erfolgt über einen etwas stärkeren Kabelstrang, an dessen Ende eine Lüsterklemme mit vielen Steckplätzen zu finden ist. Es gibt zu diesem Stecker nur eine passende Anschlussmöglichkeit auf dem Mainboard.
    • Ein weiteres Stromkabel führt zur direkten Stromversorgung der CPU und ist in der Regel mit einer Markierung versehen, auf der dies auch vermerkt ist.
    • Die Grafikkarte wird mit einem oder zwei (abhängig vom Modell der Karte) stromführenden Kabeln versorgt, die 4 bis 6-polig sind und meist mit „PCIe“ gekennzeichnet wurden.
    • Festplatten und optische Laufwerke werden nun ebenfalls mit dem Netzteil über die entsprechenden Kabel verbunden.
  • Datenverkabelung
    • Aktuelle Systeme nutzen den S-ATA Standard (I, II, III etc.). Es wird sowohl für die Festplatten als auch für die optischen Laufwerke jeweils ein S-ATA-Kabel benötigt. Stecke die Kabel (rot oder schwarz) sowohl an der jeweiligen Komponente als auch am Mainboard in die entsprechend passenden Steckplätze.

Schritt 6: Funktionstest & Gehäuseverschluss

Wenn alle Schritte erledigt sind, geht es an den Funktionstest. Jetzt zeigt sich, ob bei der Montage alles richtig gelaufen ist und alle Komponenten funktionieren. Stelle den Rechner auf und schließe das mitgelieferte, sogenannte „Kaltkabel“ sowohl an die Steckdose als auch an das Netzteil an. Denke daran, auch Tastatur und Maus anzuschließen – alle anderen Peripheriegeräte kannst Du erst einmal abgesteckt lassen. Überprüfe noch kurz, ob der Hauptschalter des Netzteils ein- oder ausgeschalten ist. Schalte ihn ggf. ein. Drücke jetzt den „Power“-Knopf. Im Normalfall erhältst Du jetzt ein Bild auf dem Monitor und siehst die POST-Meldung des BIOS, die den Status deines Systems ausgibt.

Funktioniert alles, kannst Du jetzt das Betriebssystem installieren. Hast Du Windows installiert und es lässt sich ganz normal starten, fährst Du den Rechner nochmals herunter und entfernst dann das Stromkabel. Stecke nun die restlichen Arbeitsspeicherriegel in die entsprechenden Slots, schließe das Stromkabel wieder an und starte den Rechner erneut. Fährt er ganz normal hoch, hast Du es geschafft. Nun kannst Du die Seitenteile des Gehäuses wieder anbringen und verschrauben.

 

Aletoware übernimmt keinerlei Haftung. Das nutzen dieser Anleitung geschieht auf eigene Gefahr.

 

PC zusammenbauen: Schritt für Schritt Anleitung

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